Macht Recht ungleich? – Wie das Recht Vermögen schafft und verteilt

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Ihre Fragen ans Podium können Sie gerne im Livechat oder per E-Mail an kontakt@g-rz.de stellen.


Die Verteilung des Vermögens ist nicht nur global, sondern auch innerhalb der jeweiligen Gesellschaften extrem ungleich. Nicht zuletzt durch die Covid-19-Pandemie nimmt diese Ungleichheit weiter zu und gefährdet dadurch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Akzeptanz des staatlichen Systems.

Was sind jedoch die Ursachen dieser Ungleichheit? In ihrem aufsehenerregenden Buch “Der Code des Kapitals” vertritt Prof. Dr. Katharina Pistor die These, dass erst die rechtliche Codierung von “Kapital” Vermögen kreiere und dafür sorge, dass es Wirtschaftskrisen überdauert. Die wachsende Ungleichheit habe somit ihre Ursache im Rechtssystem und profitiere von der rechtlichen Legalität: “but it´s legal”!

Dieser These widmet sich die nächste Veranstaltung aus der Reihe “Recht interdisziplinär” am 18. Mai ab 18.15 Uhr. Nach einem kurzen Impulsvortrag von Prof. Katharina Pistor diskutiert sie auf dem digitalen Podium zusammen mit dem Göttinger Zivilrechtler Prof. Dr. Gerald Spindler sowie dem Ökonom und “Wirtschaftsweisen” Prof. Dr. Achim Truger über Ursachen, aber auch Lösungsmöglichkeiten der ungleichen Vermögensverteilung. Moderiert wird die Diskussion vom Göttinger Verfassungsrechtler Prof. Dr. Alexander Thiele. Das digitale Publikum erhält die Möglichkeit, sich den Abend über mit Fragen an das Podium zu wenden.

Mitwirkende

Prof. Dr. Katharina Pistor ist Professorin und Direktorin des Center on Global Legal Transformation an der Columbia Law School. Ihre Forschungsschwerpunkte sind das „Comparative Law“, „Comparative Corporate Law and Governance“ sowie „Governing Financial Systems“ und „Law and Development“. Dazu hat sie unter anderem in Deutschland, England sowie den USA geforscht und hält weltweit Vorlesungen und Vorträge.  Ihr jüngstes Buch „The Code of Capital“ wurde vielfach positiv besprochen und in mehrere Sprachen übersetzt. Die deutsche Übersetzung erschien im Jahr 2020.

Prof. Dr. Gerald Spindler ist seit 1997 Professor für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleichung, Multimedia- und Telekommunikationsrecht an der Georg-August-Universität Göttingen. Er studierte Rechts- sowie Wirtschaftswissenschaften und forscht unter anderem zur Künstlichen Intelligenz, dem Urheberrecht sowie der „Neuen Institutionenökonomik“ und der ökonomischen Analyse des Rechts

Prof. Dr. Alexander Thiele vertrat zuletzt den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Staatsphilosophie an der LMU München. Er ist durch zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich des Verfassungs-, Finanz- und Europarechts sowie in der Verfassungsgeschichte und der Allgemeinen Staatslehre ausgewiesen. In diesen beschäftigte er sich, etwa in seiner Habilitationsschrift „Finanzaufsicht. Der Staat und die Finanzmärkte“, mit der Rolle des Staates und staatlicher Institutionen im Finanzsystem. Darüber hinaus forscht er zu Legitimitätsfragen des demokratischen Verfassungsstaates und hat vor einem Jahr ein Lehrbuch zur Allgemeinen Staatslehre veröffentlicht. 

Prof. Dr. Achim Truger ist Professor für Sozioökonomie mit Schwerpunkt Staatstätigkeit und Staatsfinanzen an der Universität Duisburg-Essen. Bis 2019 war er Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomie und Wirtschaftspolitik, an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Er hat auf zahlreichen Gebieten der makroökonomischen Wirtschaftspolitik sowie der Finanzwissenschaft geforscht und publiziert und ist in der wissenschaftlichen Politikberatung von der internationalen bis zur kommunalen Ebene aktiv. Seit 2019 ist er auf Vorschlag des Deutschen Gewerkschaftsbundes Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“).

Zur Veranstaltungsreihe

Die Veranstaltungsreihe “Recht interdisziplinär” wird halbjährlich von der GRZ zusammen mit dem Alumniverein der Studienstiftung des deutschen Volkes ausgerichtet. In ihr kommen Rechtswissenschaftler:innen mit Personen aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen und mit Akteuren der Gesellschaft über gesellschaftliche Fragen ins Gespräch.

Kennlernabend der GRZ

Du hast Lust dich außerhalb deines Studiums zu engagieren und dabei viel über das wissenschaftliche Arbeiten zu lernen? Du willst neuen Leuten aus den verschiedensten Semestern begegnen und im Team gemeinsam Projekte gestalten?

Dann komm zu unserem Kennlernabend am 28. April um 18. 15 Uhr!

Auch wenn du Erstsemester bist oder nicht Rechtswissenschaften studierst, bist du bei uns herzlich willkommen, denn einbringen kannst du dich z.B. auch in der Öffentlichkeitsarbeit, im Design oder in der Organisation unserer Veranstaltungen.

Der Kennlernabend findet ditigal via Zoom statt. Die Zugangsdaten sind:

Direktlink

Meeting-ID: 955 6933 3823
Kenncode: 225887

Veranstaltungsankündigung: Macht Recht ungleich? – Wie das Recht Vermögen schafft und verteilt

Macht Recht ungleich, in dem es Vermögen schafft und verteilt? Dieser Frage widmet sich die nächste Veranstaltung aus der Reihe “Recht interdisziplinär”, die die GRZ in Kooperation mit dem Alumniverein der Studienstiftung des deutschen Volkes ausrichtet.

Termin: 18. Mai 2021, 18.15 Uhr

Podium: Prof. Dr. Katharina Pistor, Prof. Dr. Achim Truger, Prof. Dr. Gerald Spindler und Prof. Dr. Alexander Thiele

Zugang: Die Veranstaltung wird live gestreamt und es besteht die Möglichkeit, digital Fragen zu stellen. Die Zugangsdaten werden noch bekanntgegeben.

Beschleunigter Stillstand – Gesetze einer Pandemie

Einen Veranstaltungbericht finden Sie in GRZ 2020, S. 201 – 202.

Die Covid-19-Pandemie stellt die Gesellschaft und die staatlichen Institutionen vor zahlreiche Herausforderungen. Sie führt zu massiven Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens, das sich in der Vergangenheit stetig beschleunigt hat. Gleichzeitig müssen die staatlichen Institutionen ihre Funktionsfähigkeit aufrechterhalten und ihre Entscheidungsprozesse anpassen, um auf das variable Infektionsgeschehen schnell reagieren zu können. Nichtsdestotrotz müssen die staatlichen Entscheidungen legal und legitim sein sowie von der Gesellschaft akzeptiert werden, um die beabsichtigte „Resonanz“ zu erzielen.

Die in diesen Spannungsfeldern entstehenden Fragstellungen werden am 9. November ab 19:00 Uhr in der Veranstaltung „Beschleunigter Stillstand – Gesetze einer Pandemie“ aus soziologischer und juristischer Perspektive beleuchtet. Auf Grundlage zweier Impulsvorträge werden Prof. Hartmut Rosa und Prof. Angela Schwerdtfeger miteinander ins interdisziplinäre Gespräch kommen. Moderiert von Dipl.-Jur. Laura Wanner sind auch die digitalen Zuschauer eingeladen, sich mit Fragen an die beiden Gäste zu wenden.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt der Veranstaltungsreihe “Recht interdisziplinär”, die die GRZ mit dem Alumniverein der Studienstiftung des deutschen Volkes fortan halbjährlich ausrichtet. In ihr kommen Rechtswissenschaftler:innen mit Personen aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen und mit Akteuren der Gesellschaft über gesellschaftliche Fragen ins Gespräch.


Mitwirkende

Prof. Dr. Angela Schwerdtfeger ist seit März 2020 Professorin für Öffentliches Recht, insb. Verwaltungsrecht, an der Georg-August-Universität Göttingen. Ihre Forschungsinteressen liegen im Verwaltungs-, Verfassungs-, Europa- und Völkerrecht. In ihrer Habilitationsschrift „Krisengesetzgebung“, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde, hat sie sich mit der Rolle des Gesetzgebers in Zeiten gesellschaftlicher Ausnahmezustände befasst.

Prof. Dr. Hartmut Rosa ist Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Soziologie der Moderne, Zeitdiagnosen, Kommunitarismus, Mobilisierungschancen bürgerschaftlichen Engagements sowie die Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften. Unter anderem hat er mit seiner Gesellschaftskritik den soziologischen Begriff der „Resonanz“ begründet. Zuletzt ist sein Buch „Unverfügbarkeit“ erschienen.

Dipl.-Jur. Laura Wanner ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für internationales Wirtschafts- und Umweltrecht (Prof. Dr. Peter-Tobias Stoll) an der Georg-August-Universität Göttingen. Ihre Forschungsinteressen liegen im Völkerrecht, insb. See- und Umwelt, sowie im Verfassungsrecht. In ihrer Promotion wird sie von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Veranstalter

Die Veranstaltung wird von der Göttinger Rechtszeitschrift (GRZ) sowie dem Alumniverein der Studienstiftung ausgerichtet.